Wie Unternehmen Sie ausspähen

Das Web ist längst verwanzt. Mit teilweise erschreckend einfachen Mitteln beobachten und verfolgen Firmen jeden Klick im Netz - und sammeln dabei wertvolle Daten, um ihre Produkte noch besser verkaufen zu können.

Von Matthias Kremp

Fernglasspanner
Kundendaten sind für viele Firmen sehr wertvolle Informationen.
© Archiv

Nicht nur, auch Unternehmen versuchen, immer mehr über ihre Kunden und solche, die es werden sollen, zu erfahren. Gesetzesänderungen oder Abstimmungen müssen die professionellen Datenschnüffler freilich nicht abwarten.

Sie sammeln einfach eifrig Material darüber, wann man sich welche Webseiten mit welchem Computer angesehen hat, woher man kam und woran man besonderes Interesse hatte. Diese Daten sind nicht nur für Marktforscher und Marketing-Experten, sondern auch für E-Mail-Spammer Gold wert. Denn die können sie nutzen, um ihre Werbung - oder gezielte Spam-Aktionen - besser vorzubereiten und durchzuführen. Die Werkzeuge der Datenschnüffler sind dabei längst bekannt und weit verbreitet. Via: www.gmx.de

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Datenschützer spricht von "unglaublicher Schlamperei"

Nach dem Verlust geheimer Daten bei der Bundeswehr wächst die Kritik am Verteidigungsministerium. Der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar nannte die Vorgänge "alarmierend" und forderte umgehende Aufklärung. Zugleich äußerten Oppositionspolitiker Zweifel an einer technischen Panne.
Schaar betonte in der "Berliner Zeitung", er habe sich wegen des Datenverlustes bereits an das Verteidigungsministerium gewandt. Die Regierung müsse glaubhaft darstellen, was geschehen sei. Denn zum Datenschutz gehöre auch, dass personenbezogene Daten nicht zufällig oder willkürlich gelöscht werden dürften. Wenn die Berichte über die gelöschten Daten zuträfen, "dann halte ich das für eine unglaubliche Schlamperei." Grünen-Fraktionsvize Christian Ströbele mutmaßte, die Bundeswehr versuche womöglich, "Informationen nicht nach außen zu geben". Auch der Rechtspolitiker der Linksfraktion, Wolfgang Neskovic, betonte, er könne sich "nicht vorstellen, dass so etwas versehentlich passiert ist". Die FDP-Sicherheitsexpertin Birgit Homburger sprach von "Schlamperei". Laut einem Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" war bei der Bundeswehr der gesamte Bestand an Geheimdienstinformationen über Auslandseinsätze aus den Jahren 1999 bis 2003 vernichtet worden. Via: www.bbv-net.de

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Sturm im Datenglas

Google geht in die Offensive: Aus Protest gegen die geplante Datenvorratsspeicherung überlegt das Unternehmen, seine deutsche E-Mail-Plattform einzustellen. Leider hat man das Gesetz etwas missverstanden.
Von Johannes Kuhn

Google macht gegen die Vorratsdatenspeicherung mobil. Im Mittelpunkt der Kritik: Eine Gesetzesinitiative der Bundesregierung, nach der nicht nur Internet-Provider, sondern auch E-Mail-Anbieter Kundendaten so speichern müssen, dass die Benutzer identifizierbar sind.

Die Pläne seien ein "schwerwiegender Schlag gegen die Privatsphäre", erklärte der Google-Datenschutzbeauftragte Peter Fleischer gegenüber der Wirtschaftswoche und drohte: "Im Notfall schalten wir Google Mail in Deutschland wieder ab."

Das Anbieten von anonymen E-Mail-Konten gehöre zur Firmenpolitik Googles, weil sich die Kunden so gegen Spam und beim Veröffentlichen ihrer Meinung vor staatlichen Repressionen schützen könnten. Auch wenn ein Google-Sprecher inzwischen relativierte und gegenüber sueddeutsche.de erklärte, dass das Unternehmen alle Optionen prüfen werde und kein deutscher Googlemail-Benutzer fürchten müsse, "dass wir plötzlich den Service einstellen": Dass das Unternehmen plötzlich als Datenschutz-Lobbyist agiert, ist neu.

Tatsächlich gab es Ende vergangenen Jahres einen Referentenentwurf aus dem Justizministerium zur Neufassung des Telekommunikationsgesetzes (TKG): Diesem zufolge hätten die Anbieter von E-Mail-Konten Kundendaten erheben müssen, die ihre Nutzer eindeutig identifizieren. Via: www.sueddeutsche.de

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Scharfe Kritik an mangelhaftem Datenschutz bei Google

Google sieht keine Verfehlungen

In einem Bericht der Datenschützergruppe Privacy International wird das Datensammeln von Google scharf kritisiert. Als einziges aufgeführtes Unternehmen wurde das Verhalten von Google als "datenschutzfeindlich" eingestuft. Google selbst sieht keine Verfehlungen und erklärt alles damit, dass darüber bessere Funktionen für Google-Nutzer bereitstehen würden.

In einem als PDF-Dokument verfügbaren Bericht führt Privacy International auf, welche Firmen die Datenschutzbestimmungen einhalten. Besonders schlecht schneidet hier der Suchmaschinengigant Goolge ab, dem schwere Verfehlungen im Rahmen seiner Datenschutzvorkehrungen vorgeworfen werden. Als einziges Unternehmen in der Übersicht wurde Google als "datenschutzfeindlich" bezeichnet.

Die Datenschützer kritisieren vor allem, dass der Nutzer keinen Überblick erhält, was mit den von Google gesammelten Daten geschieht. Außerdem gibt es keine Option, gesammelte Daten gezielt zu löschen und der Konzern gibt keine Auskünfte darüber, wie lange die gespeicherten Daten behalten werden. Dem Suchmaschinengigant wird schon seit Jahren vorgeworfen, dass sich der Konzern immer stärker zu einer "Datenkrake" entwickelt, die vor allem darauf aus ist, Nutzerdaten zu sammeln, um damit Geld zu verdienen. Via: www.golem.de

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